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Präsentationen zur Zukunft der Gebietskirche

18. November 2008, 10.11 Uhr

Präsentationen zur Zukunft der Gebietskirche
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Präsentationen zur Zukunft der Gebietskirche
Präsentationen zur Zukunft der Gebietskirche

Dortmund. Unter dem Titel "Die Zukunft der Gebietskirche" finden derzeit in den Bezirken der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen verschiedene Informationsveranstaltungen statt. Dazu sind Seelsorger und interessierte Mitglieder eingeladen. Thema ist die weitere Entwicklung der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen unter den Gesichtspunkten „Chancen und Maßnahmen“. Ein Ergebnis: Von derzeit 481 Gemeinden sind 416 mittel- bis langfristig „bestandssicher“. Dringender Handlungsbedarf besteht bei 65 Gemeinden.

Die Präsentationen in den Bezirken informieren die neuapostolischen Christen über die Situation in der Gebietskirche, Ursachen für aktuelle Entwicklungen, Trend und Prognosen sowie als Kernpunkt die aktuellen Maßnahmen in den jeweiligen Bezirken.

Analyse der Gemeinden und Strukturen

Grundlage für die vorgesehenen Maßnahmen ist eine aktuelle Analyse: In Gesprächen zwischen den zuständigen Aposteln, Bischöfen und Bezirksämtern wurden in den letzten Monaten die Strukturen der Bezirke sowie die individuelle Situation der jeweiligen Gemeinden analysiert. Dabei wurde ausführlich besprochen und beraten, auf welche Standorte sich die Kirche in der Zukunft konzentriert, um ein freudiges Gemeindeleben sicherstellen und eine gute seelsorgerische Betreuung gewährleisten zu können.

Bei der Betrachtung der Gemeinden wurden und werden dabei verschiedene Aspekte berücksichtigt, die grundlegend für funktionierende Gemeinden sind: Altersstruktur der Gemeindemitglieder, Situation der Amtsträger, Beauftragten und Funktionsträger, Wohnort der Geschwister, Erreichbarkeit der Nachbarkirchen, Beschaffenheit des Kirchengebäudes, Unterhalt des Kirchengebäudes sowie der Gottesdienstbesuch.

Mindestanforderungen an lebendige Gemeinden

Darüber hinaus beschäftigten sich die verantwortlichen Seelsorger mit den „Mindestanforderungen“ an eine Gemeinde, damit diese leben kann und damit auch attraktiv ist. Aspekte sind hier beispielsweise die Zahl der verfügbaren Seelsorger und Funktionsträger sowie eine sinnvolle Mindestgröße für alle Alters- und Interessengruppen wie den Chor, die Unterrichte oder Jugend oder Gesprächskreise. Dabei musste jeweils auch die prognostizierte weitere Entwicklung beachtet werden.

Dabei ist klar: Kann eine Gemeinde über längere Zeit die „Mindestanforderungen“ nicht erfüllen, müssen Handlungsoptionen geprüft werden. Eine Maßnahme kann die Zusammenlegung mehrerer Gemeinden sein. Dies wurde in der Vergangenheit auch schon mit Erfolg umgesetzt: Seit 2004 sind im Schnitt etwa acht Gemeinden pro Jahr zusammengelegt worden.

Keine Entscheidung, sondern Grundlage für Entscheidungen

Aus allen Überlegungen ist als erste Analyse eine Übersicht aller Gemeinden der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen entstanden, die die Verhältnisse in jedem Bezirk aufzeigt. Die Gemeinden haben darin einen Status, der jährlich auf Aktualität überprüft wird. „Diese Liste stellt jedoch keine Entscheidung dar, sondern dient als Grundlage für weitere Gespräche“, betont Bezirksapostel Armin Brinkmann.

Dabei hat er viel Verständnis für die Gefühle der Gemeinde-Mitglieder: „Ich bin mir bewusst, dass mit Zusammenlegungen manchmal Unruhe und Traurigkeit verbunden sind.“ Im Zentralgottesdienst aus Bielefeld (wir berichteten) versicherte er seinen Glaubensgeschwistern, „dass sich eure Apostel und ich sehr gewissenhaft Gedanken darüber machen, was wo getan werden muss und versuchen, äußerst behutsam vorzugehen.“ Die Entscheidungen sollen dabei jeweils im Einvernehmen mit den jeweils betroffenen Gemeindemitgliedern getroffen werden.

Kirchenneubauten geplant

Der aktuelle Stand aus Sicht der Kirchen- und Bezirksleitung: Von den 481 Gemeinden sind 416 mittel- bis langfristig „bestandssicher“. Akuter Handlungsbedarf besteht für 37 Gemeinden. Weitere 28 Gemeinden sollen möglichst mittelfristig an einem neuen Standort zusammengelegt werden, so die Empfehlung aus der ersten Analyse. Hierzu können in einigen Bezirken Kirchenneubauten in zentraler Lage geplant werden. In der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland hat sich dieses Verfahren bewährt: Die fusionierten Gemeinden erhalten so einen modernen Kirchenbau mit allen Gegebenheiten für eine aktive und lebendige Gemeinde, beispielsweise ausreichend Nebenräumen.

„Ziel aller unserer Bemühungen ist die Vollendung des Werkes Gottes. Dafür ist die Aufstellung von Gemeinden wichtig, in denen wir uns mit unseren Gästen wohlfühlen“, hat Bezirksapostel Armin Brinkmann, Leiter der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen, vor einiger Zeit an die Gemeinden in seinem Arbeitsbereich geschrieben. Die Gemeinden sollten kraftvoll, lebendig, aktiv und freudig sein, so der Anspruch.

Die demographische Entwicklung

In einigen Gemeinden zeige sich derzeit jedoch ein anderes Bild: Durch die demographische Entwicklung verzeichnet die Neuapostolische Kirche derzeit in der Statistik mehr Todesfälle als Versiegelungen und mehr Wegzüge als Zuzüge. Hinzu kommt, dass einige Mitglieder nicht mehr regelmäßig am Gemeindeleben teilnehmen.

Diese Entwicklungen können vielfältige Auswirkungen auf die betroffenen Gemeinden haben: Mancherorts gibt es nur kleine oder gar keine Jugendgruppen, Dirigenten klagen über Engpässe im Chor, in manchen Gemeinden gibt es nur wenige Amtsträger, Unterrichte sind nicht mehr selbstständig durchführbar und finden in Nachbargemeinden statt, Funktionen können nicht mehr besetzt werden. Auch besteht in einigen Gemeinden ein Missverhältnis zwischen Kirchengröße und Anzahl der Gottesdienstbesucher.

Zahl der Konfirmanden halbiert sich

Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, wenn keine grundlegenden Änderungen eintreten. Ein Beispiel: 2007 gab es in Nordrhein-Westfalen 324 Taufen von Kindern und 281 Versiegelungen von Kindern im ersten Lebensjahr. Gleichzeitig erhielten 536 Jugendliche den Segen zur Konfirmation. Rein statistisch halbiert sich diese Zahl aufgrund der geringen Zahl an Taufen und Versiegelungen bis zum Jahr 2021.

Eine Arbeitsgruppe in der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen beschäftigt sich seit Jahren mit der demographischen Entwicklung. Aufgrund dieser Aktivitäten verfügt die Gebietskirche inzwischen über gut aufgearbeitetes Zahlenmaterial, so dass Prognosen über die Entwicklung der Mitgliederzahlen eine solide Datenbasis haben.

Prognose bis 2020

Die Prognose der Experten: 2020 hat die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen etwa 15.000 aktive Glaubensgeschwister weniger. Der Rückgang entspricht etwa 30 Prozent des heutigen aktiven Mitgliederbestandes.

Demografische Entwicklungen sind grundsätzlich nicht zu beeinflussen. Dies betrifft vor allem die Überalterung der deutschen Gesellschaft durch das längere Lebensalter und die geringe Zahl der Geburten. Innerhalb der Kirche wirkt sich dieser Trend umso stärker aus, da die Mitglieder im Vergleich zur bundesdeutschen Gesellschaft demografisch nicht repräsentativ sind. Zudem profitieren die Kirchen nicht vom Zuwanderungsgewinn.

Ein Trend kann beeinflusst werden

Eine Botschaft aus den Präsentationen in den Bezirken lautet jedoch: „Einen Trend können wir beeinflussen: Die innere Migration, also das Distanzieren von vormals aktiven Mitgliedern. Können wir an dieser Stelle den Trend aufhalten und distanzierte Geschwister zurück gewinnen, leisten wir einen wesentlichen Beitrag, die aufgeführte Entwicklung positiv zu beeinflussen.“

Wichtig sei, so die Aussagen in der Präsentation „Die Zukunft der Gebietskirche“, vor den Veränderungen nicht die Augen zu verschließen, sondern rechtzeitig die Initiative zur Gewährleistung von „lebendigen Gemeinden“ mit einem ansprechenden Angebot für die Glaubensgeschwister zu ergreifen.

Funktionierende Gemeinden zusammenlegen

Und weiter: „Es gilt zu agieren und nicht abzuwarten. Die Trends zeigen, dass es sinnvoller ist, noch funktionierende Gemeinden in eine neue funktionierende, freudige, lebendige Gemeinde zu integrieren als abzuwarten, bis beide nicht mehr lebensfähig sind.“

Die Ziele der aktuellen Maßnahmen sind demnach, die Bezirke zukunftsorientiert aufzustellen und Fehlinvestitionen im Baubereich zu vermeiden. Das Ergebnis: „Unsere Gemeinden sollen Lebensraum für alle Alters- und Interessengruppen bieten.“ Daher gilt es ganz konkret, die Gemeinde-Landschaft der Bezirke schon heute für die Zukunft aufzustellen und aktuelle Standorte auf ihre Zukunft zu überprüfen.

Den Trend aufhalten

„Wir wollen den Trend aufhalten und wenden!“, so das Ziel von Bezirksapostel Armin Brinkmann angesichts der aktuellen Entwicklungen. Dennoch sei klar: „Wo es notwendig wird, werden wir in den nächsten Jahren handeln müssen.“ Dennoch gelte es neben der nach innen gerichteten Mitarbeit, jeden zu bewahren und manche zurückzugewinnen, auch nach außen zu arbeiten“, so die Aufforderung des Bezirksapostels.

Text
Frank Schuldt
Fotos
Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen