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Konzert in Wuppertal begeistert

20. November 2015, 08.00 Uhr

Konzert in Wuppertal begeistert
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Konzert in Wuppertal begeistert

Wuppertal. „Musik ohne Grenzen“ war der Titel des Jugendkonzertes, das am Samstag, 14. November 2015, in der Historischen Stadthalle Wuppertal stattfand. 300 Musiker und 1.400 Konzertbesucher erlebten 120 Minuten lang, wie sich grenzenlose Begeisterung aufbaute und in einem tosenden Schlussapplaus mündete.

50 junge Musiker des Jugend-Sinfonieorchesters der Neuapostolischen Kirche Schweiz und 250 Sängerinnen und Sänger des Jugend-Konzertchors der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen hatten zum Konzert geladen und vermochten die zahlreichen Zuhörer in ihren Bann zu ziehen.

Gedenken an die Opfer von Terror und Gewalt

Das Konzert begann jedoch still im Gedenken an die Opfer und Betroffenen der Terroranschläge, die am Vorabend Paris und die ganze Welt erschüttert hatten. 1.500 Konzertbesucher seien in der Bataclan-Konzerthalle in Paris gewesen - etwa so viele wie heute Abend hier in Wuppertal, begann Ulrich Götte, der für Wuppertal zuständige Bischof der Neuapostolischen Kirche, seine Begrüßungsworte.

Er weitete aber auch den Blick auf die vielen Menschen, die gerade in jüngster Zeit auf der ganzen Welt Opfer von Kriegen, Terrorismus und Gewalt geworden seien. Nach einem bewegendem Gebet im besonderen Gedenken an die Opfer und Täter der Pariser Terroranschläge hieß er die Musiker willkommen und wünschte, dass sie an diesem Abend Akzente der Zuversicht und des Friedens setzen könnten.

Stärke im Leid

Fast symptomatisch endete der erste Teil des Konzertes - übrigens der einzige Programmpunkt, bei welchem Orchester und Chor zusammenwirkten - mit den Textzeilen: „Mag der Herr deinem Geiste gebieten, sodass du dieses Leiden voll Stärke erträgst“. Der Text stammt aus dem Gefangenenchor „Va pensiero“ aus der Oper „Nabucco“ von Guiseppe Verdi (1813-1901), die sich mit den Ereignissen um die Babylonische Gefangenschaft der Israeliten zur Zeit Nebukadnezars auseinandersetzt und seine Ausdruckskraft aus dem 137. Psalm nimmt. 

Das Schweizer Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Simon Reich hatte das Konzert eröffnet mit dem 1. Satz aus der Sinfonie Nr. 7 von Franz Schubert (1797-1828), die unter dem Namen „Unvollendete“  bekannt ist. Aus den Enigma-Variationen des englischen Komponisten Edward Elgar (1857-1934) stammte der nächste Vortrag mit der 9. Variation, die unter dem Namen „Nimrod“ auch als Filmmusik berühmt geworden ist.

Beide Vorträge ließen einen ausgewogenen Orchesterklang genießen - für das erst 2013 gegründete Sinfonieorchester eine hervorragende Leistung, wie ein Musikkenner das geschmeidige Zusammenspiel der jugendlichen Orchestermitglieder bewertete.

Dass es auch beschwingt und tänzerisch geht, bewies das Orchester mit dem Vortrag eines Walzers in zeitgenössischem Stil. Dazu nutzten die Musiker eine Komposition des armenischen Komponisten Aram Khachaturian (1903-1978) aus seiner Bühnenmusik zu „Masquerade“, die er 1941 für eine Produktion eines gleichnamigen Theaterstücks komponiert hatte.

Musikalischer Wettstreit

Mit „A Song for Japan“ des belgischen Komponisten Steven Verheist (*1981) stellte der Posaunist Joel Enrico Gloor seine Virtuosität unter Beweis und mit einem musikalischen Wettstreit zwischen Blechbläsern und Streichern ging es beim Vortrag von „Le Roi s’amuse“ (Der König amüsiert sich) des französischen Komponisten Léo Delibes (1836.1891) weiter.

Bevor der erste Konzertteil mit dem Gefangenenchor aus der Oper „Nabucco“ endete, gab es noch einen Ausflug des Schweizer Orchesters in jazzige Klänge. Mit einem Medley für Orchester mit „Themes from 007“, das von Calvin Custer arrangiert wurde, entführten die Musiker das Publikum in die Welt des James Bond.

Jugendkonzertchor mit einer Reise durch die Epochen

Der Jugend-Konzertchor bestritt den zweiten Konzertteil. Mit dreizehn Titeln bot er ein breites Spektrum an Chorliteratur an. Fünfmal gab es a capella-Vorträge (ohne Instrumentalbegleitung), bei den anderen acht Vorträgen  begleiteten Orgel, Klavier, Bläser und Drums die Gesänge.

Den Auftakt bildete ein modernes geistliches Lied der amerikanischen Liedermacherin Cindy Berry mit „O come, let us sing“, gefolgt von der Choralmotette „Also hat Gott die Welt geliebt“, die Heinrich Schütz (1585-1672 etwa 400 Jahre zuvor nach Worten aus dem Johannesevangelium komponiert hatte.

Fürchte dich nicht, spricht unser Gott

Weitere Klassiker der Chorliteratur standen mit „And the glory of the Lord“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel (1685-1750) und den beiden weltbekannten Stücken „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ im 8-stimmigen a capella-Vortrag und „Fürchte dich nicht“ aus dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) auf dem Programm.

„Fürchte dich nicht, spricht unser Gott, fürchte dich nicht, ich bin mit dir, ich helfe dir! Denn ich bin der Herr dein Gott, der zu dir spricht: Fürchte dich nicht!“ hallte als ein starke Botschaft durch den Konzertsaal, verkündet durch den stimmgewaltigen Jugendchor und ein brillantes Orgelspiel. Mit starkem Applaus gaben die Zuhörer zu erkennen, dass sie die Botschaft - auch im Kontext der Pariser Terroranschläge - verstanden hatten.

Das Evangelium - mal modern, mal afroamerikanisch

Die beiden nächsten Vorträge gaben Kompositionen der Macher des Pop-Oratoriums „Ich bin – Jesus in Wort und Wundern“ wieder. (Sigi Hänger, *1972, und Christoph Oelig, *1976). „Ich bin bei euch alle Tage“ und „Ich werde wiederkommen“ griffen zentrale Aussagen des Evangeliums auf. Einen starken Eindruck machte der Jugend-Konzertchor mit dem afroamerikanischen Spiritual „Down tot he River to pray“, den sie a capella vortrugen.

In den folgenden vier Konzertbeiträgen gaben noch die Solisten Lara Krause (Sopran) und Mats Göbel (Tenor) Kostproben ihrer Stimmen ab, bevor das Konzert mit dem „Gloria“ aus der Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) endete. Lang anhaltender, kräftiger Applaus belohnte alle Akteure des gelungenen Konzertabends.

Als Zugabe gab es „Thank you for the Music“. Klavier und Chor trugen den Song vor - und das Publikum sorgte diesmal für die Perkussion.
 

Text
Günter Lohsträter
Fotos
Andreas Otto