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Kirche an Apostolische Gemeinschaft vermietet

05. Februar 2016, 09.49 Uhr

Ehemalige neuapostolische Kirche in Duisburg-Homberg
Ehemalige neuapostolische Kirche in Duisburg-Homberg
Ehemalige neuapostolische Kirche in Duisburg-Homberg

Duisburg/Dortmund. Das ehemalige Kirchengebäude der neuapostolischen Gemeinde Duisburg-Homberg hat einen neuen Nutzer: Die Apostolische Gemeinschaft. Künftig feiern die Gläubigen der Gemeinde Duisburg-Beeck dort ihre Gottesdienste. Es ist eine von derzeit drei Gemeinden der Apostolischen Gemeinschaft in Duisburg.

Die neuapostolische Gemeinde Duisburg-Homberg erlebte am Mittwoch, den 16. Februar 2011 den letzten Gottesdienst in der Kirche an der Lindenstraße 47. Anlässlich der Entwidmung besuchte der damalige Apostel Rainer Storck die Gemeinde. Mehr als 30 Jahre hatte das Gebäude den Gläubigen als Versammlungsstätte gedient. Die Mitglieder der ehemaligen Gemeinde besuchen heute die Gottesdienste in den Gemeinden Duisburg-West, Moers-Meerbeck, Moers-Repelen und Moers-Mitte.

Unbefristeter Mietvertrag

Seit der Profanierung stand das Kirchengebäude leer und zum Verkauf. Nun hat es mit der apostolischen Gemeinde Duisburg-Beek einen neuen Nutzer gefunden. Die Gemeinde schloss mit der Neuapostolischen Kirche im November 2015 einen unbefristeten Mietvertrag.

Derzeit laufen in dem Gebäude Renovierungsarbeiten. Zudem wird zusätzliche Technik eingebaut. Die Gemeinde hofft, ab Mai 2016 dort Gottesdienste feiern zu können.

Umzug in ein Mietquartier

Die apostolische Gemeinde hatte sich bislang in einem eigenen Kirchengebäude versammelt, das 1965 eingeweiht worden war. Das Gebäude entsprach jedoch nicht mehr den Brandschutzvorschriften und war dringend renovierungsbedürftig. Diese Investition wollte die Gemeinde jedoch nicht stemmen: Die räumlichen Gegebenheiten hätten auch durch die Erfüllung der Brandschutzauflagen und notwendiger Sanierungen immer noch nicht den aktuellen Bedürfnissen für Gemeindearbeit entsprochen. Deshalb schauten sich die Gläubigen nach einem Mietquartier um.

Über den Kontakt von Gemeindemitgliedern kam es zu Gesprächen mit der Neuapostolischen Kirche über eine mögliche Anmietung des leer stehenden Gebäudes im Ortsteil Homberg.

Das nun neu vermietete Gotteshaus wurde 1978 gebaut und bot 200 Gottesdienstteilnehmern Platz. Die apostolische Gemeinde wird dort nun Stühle aufstellen, so dass 140 Gottesdienstbesucher Platz finden. Zur Gemeinde zählen rund 300 Gläubige, von denen etwa 60 regelmäßig die Gottesdienste besuchen.

Leitlinie zur Umnutzung

Muss die Neuapostolische Kirche einen ihrer Gemeindestandorte aufgeben, ist es ihr ein Anliegen, für das Gebäude möglichst einen kirchlichen Nachnutzer zu finden. Grund dafür ist, dass Kirchengebäude als öffentlicher Ort gottesdienstlicher Handlungen einen hohen Symbolwert besitzen. „Der Verlust einer Kirche vor Ort ist daher auch zugleich ein Verlust von Tradition“, schreibt die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen in der „Leitlinie für die Umnutzung entwidmeter Kirchengebäude“.

Finanzielle Maßgaben allein können für die Neuapostolische Kirche daher nicht einziges ausschlaggebendes Kriterium für eine Umnutzung ehemaliger Gotteshäuser sein. „Es gilt, auch die weiteren Zusammenhänge zwischen Tradition und Gebäude, öffentlicher Wahrnehmung, spiritueller Umgebung und Sichtbarkeit des Christlichen zu berücksichtigen“, schrieb die Kirchenleitung in der Leitlinie, die 2013 in Kraft trat.

Die Kirche hat eine Rangfolge für die Umnutzung der entwidmeten Kirchengebäude entwickelt: Zunächst favorisiert die Kirche eine Abgabe des Gebäudes an Kirchen innerhalb der ACK. Beispielsweise wird das ehemalige Kirchengebäude der Gemeinde Dortmund-Kley heute von der Altkatholischen Gemeinde genutzt. Im Weiteren wäre dann auch eine Abgabe an Kirchen außerhalb der ACK möglich.

Ehemaliges Kirchengebäude als Kindergarten

Als dritte Option listet die Richtlinie eine Abgabe an Organisationen in nicht-kirchlicher Trägerschaft mit kirchlichem, karitativem, sozialem oder kulturellem Hintergrund auf. So wurden bereits mehrere Kirchengebäude an Kindergärten vermietet.

Zuletzt bliebe die Abgabe an Privatpersonen mit „ethisch unbedenklichen Nutzungszielen“. Viele profanierte Kirchengebäude wurden von Privatleuten gekauft und zu großzügigen Wohnhäusern umgebaut. In Witten schaffte es ein ehemaliges neuapostolisches Kirchengebäude in die überregionalen Medien, weil es von einem Blumengeschäft genutzt wird (wir berichteten).

Link: Bezirk Duisburg

Text
Frank Schuldt
Fotos
NAK Immobilien GmbH