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Stammapostel Schneider kommt nach Bielefeld

04. März 2016, 15.22 Uhr

Ein neuer Apostel für Angola
Historische Stätten der Neuapostolischen Kirche in Quelle
Stammapostel Hermann Niehaus vor seinem Automobil
Versammlung der Apostel in Bielefeld 1905
Die 1929 erbaute Kirche in Steinhagen neben dem Wohnhaus von Stammapostel Niehaus

NRW/Bielefeld. Den ersten Gottesdienst für die Entschlafenen im Jahr 2016 feiert Stammapostel Jean-Luc Schneider am Sonntag, den 6. März in Bielefeld. Die Stadt ist die Wiege der Neuapostolischen Kirche in Westfalen und war Heimat von Stammapostel Hermann Niehaus. Der Gottesdienst mit dem Stammapostel wird via Satellit auf viele Gemeinden in Nordrhein-Westfalen und in den betreuten europäischen Gebietskirchen übertragen.

Die Region um Bielefeld ist traditionell protestantisch geprägt. Bedeutend nicht nur für die Region, sondern auch für die spätere Neuapostolische Kirche, wurde eine lokale Erweckungsbewegung im frühen 19. Jahrhundert, die sogenannte Ravensberger Erweckung, die eng mit dem Namen des Pastors Johann Heinrich Volkening verknüpft ist.

Erste apostolische Gemeinde in Westfalen

Einer seiner Konfirmandenschüler, Friedrich Wilhelm Menkhoff, ging später als evangelischer, dann freikirchlicher Missionar in die niederländischen Torfmoore. Nach längerer Prüfungszeit trat er 1867 der apostolischen Sendungsgemeinde von Apostel Schwarz bei und wurde als Evangelist in seine Heimatregion entsandt.

Ab 1868 entstand aus dem evangelischen Queller Missionsverein, der Menkhoff zuvor schon in den Niederlanden unterstützt hatte, die erste apostolische Gemeinde neuer Ordnung in Westfalen. Diese Gemeinde Bielefeld hatte seit 1869 zwei Gottesdienstorte: einen in Steinhagen bei der Familie Niehaus und einen weiteren im Haus des Apostels Menkhoff am Sparrenberg in Bielefeld.

Neubau in Quelle/Steinhagen

Beide Standorte erhielten in der Folge unterschiedliche, stets größere Versammlungslokale. In Steinhagen wurde 1906 im neuerbauten Haus des Stammapostels Hermann Niehaus ein Gottesdienstraum eingerichtet. 1929 wurde neben diesem Haus eine eigene Kirche errichtet. Erst in diesem Jahr wurde auch die Gemeinde Quelle/Steinhagen formal unabhängig und von der Gemeinde Bielefeld(-Mitte) getrennt.

Nach mehreren Umbauten wurde Anfang der 1980er-Jahre ein Kirchenneubau beschlossen, der sich ebenfalls im direkten Umfeld des ehemaligen Wohnhauses von Stammapostel Niehaus befindet. An das Kirchengebäude selbst ist ein größerer Seminarraum angeschlossen, der für die Jugendseminare im östlichen Teil der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen genutzt wird.

Neubau für Bielefeld-Mitte

Die Gemeinde am Bielefelder Standort erbaute 1902 ein Gemeindelokal in der Große-Kurfürsten-Straße Nr. 91. Schon wenige Jahre später war das Gebäude zu klein, so dass 1920 ein ehemaliges Tanzlokal in der Große-Kurfürsten-Straße 57 bezogen wurde. Im Jahr 1980 zog die Gemeinde in eine neuerbaute Kirche in der Bismarckstraße um. Im Nachbargebäude befand sich über Jahrzehnte das Bielefelder Büro der Kirchenverwaltung.

Das vorherige Kirchengebäude Große-Kurfürsten-Straße 57 wurde bis vor einigen Jahren als „Mensa“ im Rahmen der Seminarveranstaltungen in Quelle/Steinhagen genutzt.

Standort der Hostienbäckerei

Von beiden Gemeinden gingen zahlreiche Gemeindegründungen aus. Seit den 1930er-Jahren befindet sich auch die Hostienbäckerei der Neuapostolischen Kirche in Bielefeld, seit 1990 am jetzigen Standort in Bielefeld-Kammerratsheide. Weitere historische Orte der Neuapostolischen Kirche bilden die noch erhaltenen Grabstätten des Apostels Menkhoff in Gadderbaum und des Stammapostels Niehaus in Steinhagen.

Ein ehemaliges Kirchengebäude in Stieghorst wird als Jugendbegegnungsstätte des Bezirks Bielefeld genutzt. Weitere ehemalige und gegenwärtige Kirchenbauten prägen das Stadtbild. In Brockhagen bei Steinhagen wurde in einem ehemaligen Kirchengebäude das historische Archiv des „Netzwerk Apostolische Geschichte e.V.“ eingerichtet.

Größter NRW-Kirchenbezirk

Noch heute ist dieses Gebiet neuapostolische Hochburg. Der Kirchenbezirk Bielefeld ist der größte innerhalb der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen. In der rund 360.000 Einwohner zählenden Stadt gibt es neun Gemeinden mit mehr als 3.400 Gläubigen. Diese werden von 171 Seelsorgern betreut.

Bezirksvorsteher ist Bezirksältester Martin Gehrke. Ihm zur Seite steht Bezirksevangelist Peter Mittag. Bielefeld zählt zum Bereich NRW-Nord, der unter der Leitung von Apostel Walter Schorr steht. Zuständiger Bischof ist Peter Johanning.

Andacht in Quelle zur Einstimmung

Am Samstag vor dem Gottesdienst für Entschlafene ist für den Stammapostel eine meditative Andacht in der Gemeinde Quelle vorbereitet. Sie ist von Jugendlichen konzipiert worden und wird von ihnen moderiert.

Der Gottesdienst am Sonntag wird in der Stadthalle Bielefeld stattfinden und via Satellit, Internet und Telefon übertragen. Insgesamt werden so rund 25.000 neuapostolische Christen miterleben, wenn der Stammapostel die Sakramente Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung und Heiliges Abendmahl spendet. Stellvertretend für die Verstorbenen nehmen zwei Amtsträger der Kirche die Sakramente entgegen.

Gast von den Philippinen

Als Gast hat Stammapostel Schneider Bezirksapostel Urs Hebeisen (Neuapostolische Kirche Südostasien) von den Philippinen eingeladen. Er betreut Länder wie Brunei, China, Hongkong, Japan, Korea, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Taiwan, Thailand und Vietnam. In den 18 Ländern gibt es rund 2.000 neuapostolische Gemeinden. Bezirksapostel Urs Hebeisen ist gebürtiger Schweizer und spricht daher fließend deutsch.

Link: "Bielefeld, die neuapostolische Hochburg" (nac.today)

Download: Chronik: Bezirk Bielefeld

Text
Mathias Eberle
Frank Schuldt
Fotos
Archiv