27. November 2009:
Workshop "Kirche im Wandel"
Dortmund. Für Ende November 2009 plant die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen eine Veranstaltung unter der Überschrift „Kirche im Wandel“ (wir berichteten). Bezirksapostel Armin Brinkmann möchte zu verschiedenen Themen mit konstruktiv-kritischen, querdenkenden und nicht immer zufriedenen Glaubensgeschwistern aus der Gebietskirche zusammenkommen.
Der Workshop „Kirche im Wandel“ findet vom 27. bis 29. November 2009 in der Akademie "Mont Cenis" in Herne statt. Eingeladen sind Mitglieder der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen. Detaillierte Informationen zum Ablauf liefert die Meldung "Für Workshop "Kirche im Wandel" anmelden" vom 8. Oktober 2009 (siehe rechte Spalte).
Themen für Workshops im Überblick:
1. Das Apostelamt – Geschichte und Gegenwart
Moderatoren: Apostel Wilhelm Hoyer, Priester Reinhard Kiefer
„In einem einführenden Vortrag geht es um die theologische Bedeutung des Apostelamts. Begonnen wird mit dem Selbstverständnis der Apostel, das sich aus den Überlieferungen im Neuen Testament ergibt. Schließlich geht es um die biblische Begründung des gegenwärtigen Apostelamts und seine besondere aktuelle Akzentuierung. Dabei werden auch die verschiedenen Akzente des neutestamentlichen Apostelbegriffs dargestellt. Anschließend soll mit den Teilnehmern über den Vortrag diskutiert werden."
2. Möglichkeiten und Grenzen der Mitarbeit
Moderatoren: Bezirksältester Raimund Knoll, Klaudia Buchheim
„Zusammen mit den Teilnehmern wollen wir uns im Spannungsfeld – Kirchliche Ziele – Sozialer und gemeindlicher Bedarf – und Persönliche Bedürfnis-se/Entfaltungsmöglichkeiten – bewegen. In Arbeitsgruppen und Plenumsdiskussionen versuchen wir Möglichkeiten von Mit-Gestaltung in den verschiedensten Feldern unserer kirchlichen Aktivitäten zu erörtern und wegweisende Strategien zu erarbeiten. Dazu räumen wir einmal persönliche und hierarchisch begründete Grenzen beiseite und beschäftigen uns offen mit brisanten Fragen aus der Mitte unserer Gemeinden.“
3. Frau in Amt und Auftrag
Moderatoren: Bezirksevangelist Dirk Gielke, Annette Wittke
„In allen Gemeinden sind die Aufgabenverteilungen gleich. (Die) Männer übernehmen die Amtsaufträge, wohingegen (die) Frauen sich um die Pflege der Kinder bemühen. Warum ist das eigentlich so? Und ist diese Rollenverteilung noch zeitgerecht? Diese spannende Diskussion wird schon lange und intensiv privat geführt. Auch andere Kirchen setzen sich mit dem Thema auseinander und vertreten verschiedene Ansichten. Sollte sich die Kirche in dieser Hinsicht weiterentwickeln oder ist die Tradition wichtig für das Selbstverständnis unserer Gemeinschaft. Wir möchten dieser Diskussion einen Raum geben, um die verschiedenen Positionen innerhalb der neuapostolischen Kirche kennenzulernen.
In diesem Forum haben Sie die Möglichkeit ihre Ansichten darzustellen oder ihre eigenen Fragestellungen einfließen zu lassen. Wir erhoffen uns viele unterschiedliche Einstellungen und Argumente, die dazu führen, unsere Perspektiven zu erweitern und andere Sichtweisen nachzuvollziehen.“
4. Gemeinsamkeiten und Besonderheiten: NAK und Ökumene
Moderator: Bezirksevangelist Peter Johanning
„Schon seit einigen Jahren führt die innerkirchliche Projektgruppe Ökumene Gespräche mit ökumenischen Kreisen in Deutschland, der Schweiz und in Österreich. Der Vortrag von Peter Johanning, Mitglied der PG Ökumene, zeigt auf, welche Wandlung der Begriff Ökumene im Lauf der letzten Jahrzehnte durchlaufen hat, welche Themen aus dem theologischen und pastoralen Bereich mit der Neuapostolischen Kirche besprochen werden und wie andere Kirchen auf die Öffnung unserer Kirche reagieren. Im Anschluss an den Vortrag können Fragen gestellt und diskutiert werden.“
5. Migration – Mission
Moderatoren: Apostel Rainer Storck, Bezirksältester Eduard Nieland
„Der Missionsgedanke ist wesentlich für eine Kirche. Auch und gerade in einer Gesellschaft, in der der Glaube an Gott und seine Wirksamkeit immer mehr abnimmt, ist es wichtig, die Werte des Evangeliums zu vermitteln. Apostel Hermann Magney sagte einmal zu diesem Thema: ‚Eine Kirche, die nicht mehr missioniert, hat sich selbst aufgegeben.‘ Zur Mission in diesem Sinne zählt auch, dass wir den Mitgliedern in den Gemeinden Haltekräfte und individuelle Möglichkeiten bieten, sich in das Gemeindeleben einzubringen. So kann die Migration, also das Wechseln von einem aktiven in einen distanzierten Status, verlangsamt, aufgehalten und im optimalen Fall wieder umgekehrt werden.“
6. Zukunftsorientierte Jugendpflege
Moderatoren: Apostel Franz-Wilhelm Otten, Diakon Mitja Rose
„Die Ansprüche an die Jugendarbeit steigen stetig – gleichzeitig lässt vielerorts das Interesse an den klassischen Veranstaltungen wie der Jugendstunde nach. Gefragt sind neue Konzepte, um die Angebote für die Jugendlichen weiter attraktiv zu halten. Zu den Neuerungen zählt auch die Möglichkeit, junge Glaubensschwestern in die Betreuung der Jugendlichen einer Gemeinde mit einzubinden. In Nordrhein-Westfalen ist das Jugendgremium für diese Arbeit verantwortlich. Die Moderatoren stellen die aktuellen Entwicklungen vor und wollen mit den Teilnehmern über neue Möglichkeiten der Jugendpflege diskutieren sowie Ideen entwickeln.“
7. Moderner Glaube – zeitgemäßer Glaube
Moderatoren: Priester Reinhard Kiefer/Bischof Rainer Sommer, Hirte Friedhelm Sommer
„‘Nichts ist so beständig wie der Wandel‘ – diese Aussage trifft sicher auf viele Lebensbereiche zu. Auch die Neuapostolische Kirche befindet sich (wie andere Kirchen auch) in einem Entwicklungs- und Veränderungsprozess. Muss oder darf sich der Glaube selbst auch verändern, also darf er zeitgemäß sein? Oder ist ein Glaube, gegründet auf dem Evangelium Jesu Christi, nicht an sich zeitlos und immer modern? Notwendige Veränderungen und Entwicklungen einerseits und das unbedingte Festhalten an der Lehre Christi und der Lehre der Apostel andererseits stehen im Mittelpunkt dieses Workshops.“
8. Amtsträger und Führungskraft
Moderatoren: Bezirksältester Frank Zisowski, Bezirksevangelist Thorsten Zisowski
„Anforderungen an einen Amtsträger in unserer Kirche sind groß. Das gilt besonders dann, wenn er eine Leitungsfunktion ausübt, zum Beispiel als Vorsteher einer Gemeinde. Die Geschwister erwarten nicht nur ein Vorbild im Glauben, sondern auch einen guten Organisator in allen Belangen des Gemeindelebens, einen kompetenten Mediator bei auftretenden Konflikten und last but not least einen mitreißenden Prediger in den Gottesdiensten. Das gesamte Aufgabenspektrum existiert zudem in einem gesellschaftlichen Umfeld, das sich ständig verändert. - Es liegt auf der Hand, dass dieses Profil nicht immer und überall von den vielen ehrenamtlich tätigen Brüdern perfekt erfüllt werden kann. - In dem Workshop sollen im gemeinsamen Dialog "Führungsgrundsätze" definiert werden, deren Umsetzung sich die Teilnehmer von allen Amtsträgern wünschen.“
9. Wie viel Mitbestimmung ist möglich?
Moderatoren: Bischof Karl-Erich Makulla, Bärbel Kurtz
„In den beiden großen christlichen Kirchen ist Mitbestimmung innerhalb der Gemeinden durch beispielsweise den Kirchenvorstand oder Pfarrgemeinderäte gewährleistet. So werden die hauptamtlichen Seelsorger bei der Gestaltung des Gemeindelebens unterstützt beziehungsweise leiten Seelsorger und Mitglieder gemeinsam die Geschicke der Gemeinde. Eine Mitbestimmung dieser Art kennt die Neuapostolische Kirche nicht, wenngleich es heute bereits mehr Möglichkeiten der Mitgestaltung an gemeindlichen Aktivitäten durch die Gemeindemitglieder gibt als früher. Sollten die Mitbestimmungsmöglichkeiten und somit auch die Mitverantwortung in der Neuapostolischen Kirche ausgeweitet werden? Wie weit kann und darf diese Mitbestimmung gehen?“
Beginn: 27. November 2009, 18.00 Uhr
Ende: 28. November 2009, 19.00 Uhr
Link: Zu "Kirche im Wandel" anmelden
Stand: 9. Oktober 2009
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