Gemeinschaft

Gemeinschaft ist ein unabdingbares Element christlichen Lebens, das schon im frühen Christentum die ersten Gemeinden prägte. Bis heute ist die Gemeinde das Zentrum kirchlichen Lebens. In Deutschland finden sich nahezu flächendeckend mehr als 1.700 Gemeinden der Neuapostolischen Kirche.

 

Miteinander Gott erleben

Der Besuch der Gottesdienste sowie die individuellen Seelsorgeangebote stehen im Mittelpunkt des Gemeindelebens. So ist Gemeinschaft in der Gemeinde mehr als bloße Geselligkeit und fröhliches Beisammensein. Gemeinschaft der Gläubigen bedeutet: gemeinsam beten und singen, in der Predigt Gottes Wort hören und Heiliges Abendmahl feiern, glauben und hoffen. Das bedeutet auch: miteinander Leid tragen und Freude erleben, einander tragen, sich gegenseitig achten und füreinander beten - unabhängig von Herkunft, Stand, Bildung, Status oder sexueller Orientierung. Das alles macht Gemeinschaft aus und lässt die Gemeinde miteinander Gott erleben!

Internationaler Kirchentag 2014 München Eröffnungsfeier

Gemeinsam zum Glaubensziel

Neuapostolische Christen vereint das gemeinsame Glaubensziel, Annahme zu finden bei der Wiederkunft Jesu Christi, wie sie im Johannesevangelium beschrieben ist (Johannes 14,1-3). Dieses Glaubensziel prägt die lebendige Gemeinschaft neuapostolischer Christen, die gegenwärtig vor allem in den Gottesdiensten sowie bei vielfältigen Begegnungen von Gläubigen jeden Alters erlebt wird. Ein Leben nach der Werteordnung, die sich aus dem Evangelium Jesu Christi und den Zehn Geboten ergibt, hilft ihnen, sich auf dieses Ziel vorzubereiten.

Gemeinsam auf dem Weg

Anteil nehmen und sich einbringen

Wesentlicher Bestandteil der Gemeinden ist das lebendige Zusammenwirken von Jung und Alt, Arm und Reich, Krank und Gesund. Auch die Hinwendung zu Menschen mit Behinderungen gehört mit dazu. So wird Anteil genommen an Freud und Leid des Einzelnen. Die innere Verbundenheit – die sich schon darin ausdrückt, dass sich die Kirchenmitglieder als „Glaubensbruder“ und „Glaubensschwester“ verstehen und anreden – zeigt sich in der gegenseitigen Achtung und Rücksichtnahme.

Vielen neuapostolischen Christen ist es wichtig, sich mit ihren Gaben und Kräften in ihren Gemeinden einzubringen und in einem Teil ihrer Freizeit kirchliche Aufgaben zu erfüllen. Auf diese Weise können sie in ihrem Aufgabenfeld das Gemeindeleben aktiv mitgestalten, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft in den Gemeinden erlebbar machen.

Gemeinden sind in diesem Sinne aber nicht in sich geschlossene oder gar abgeschlossene Gruppen. Sie verstehen sich vielmehr als Orte, in denen sich alle Besucher willkommen fühlen können. Das gilt gleichermaßen für neuapostolische Christen auf Geschäfts-oder Urlaubsreisen, die Gottesdienste an anderen Orten besuchen, wie für jeden, der eine neuapostolische Gemeinde aufsucht.

Jugendliche unterwegs am Jugendtag NRW 2016

Ehrenamt

Das ehrenamtliche Engagement hat in der Neuapostolischen Kirche einen hohen Stellenwert. So stellen viele Gemeindemitglieder freiwillig und ohne Vergütung einen Teil ihrer Freizeit und Kraft sowie vielfältige Begabungen in den Dienst von Kirche und Gemeinde und somit in den Dienst Gottes. Das gilt beispielsweise für ihren Einsatz als Chor- oder Orchestermitglied, Dirigent, Organist, als Lehrkraft in kirchlichen Unterrichten sowie bei Projekten für Kinder und mit Kindern, in der Jugendbegleitung oder bei der Betreuung von Senioren.

Viele Kirchenmitglieder sind neben dem Einsatz in und für die Gemeinde auch sozial engagiert und betätigen sich im öffentlichen Leben.

Sanitäter im Dienst

Auch Seelsorger arbeiten ehrenamtlich

Die in der Kirche und in den Gemeinden tätigen Seelsorger, ob Frauen in der Kinder- und Jugendseelsorge oder ordinierte Diakone und Priester, führen ihre Dienste ebenfalls ehrenamtlich aus. Die in diesen Aufgaben und Diensten tätigen Frauen und Männer sind allesamt Laien. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Berufen und bringen für ihren kirchlichen Dienst ein hohes ehrenamtliches Engagement ein. Dies gilt auch für diejenigen Seelsorger, die als Vorsteher einer Gemeinde oder eines Kirchenbezirks beauftragt sind. Ordinierte Seelsorger werden im innerkirchlichen Sprachgebrauch als Amtsträger bezeichnet.

Über allem Engagement steht der Grundsatz: alles freiwillig und aufgrund eigener Überzeugung – und alles zur Ehre Gottes!

Seelsorgegespräch am Krankenbett