Gruppen

Auch Menschen in besonderen Lebensumständen, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einer Altersgruppe innerhalb der Gemeinschaft, erfahren die ihnen gebotene Wertschätzung. Dazu zählen die hörgeschädigte Gemeindemitglieder und Menschen mit Behinderungen. Die Seelsorge für alle, die in den Gemeindegottesdiensten geleistet wird und die in der Neuapostolischen Kirche ausgeprägte individuelle Seelsorge werden auf diese Weise ergänzt durch zusätzliche zielgruppenorientierte Seelsorge.

 

Hörgeschädigte

Hörgeschädigte Gemeindemitglieder genießen in der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen schon seit mehr als fünfzig Jahren eine spezielle seelsorgerische Zuwendung. Sie sind einerseits in ihren örtlichen Gemeinden zuhause, machen andererseits aber in ihrer Gesamtheit eine eigene Gemeinde aus, die von einem Gemeindevorsteher und weiteren Priestern und Diakonen betreut wird.

Zurzeit finden zentrale Gottesdienste für Hörgeschädigte einmal monatlich in Dortmund statt.

Dort feiern die Gläubigen mit der gastgebenden Gemeinde zweimal je Quartal gemeinsam den Gottesdienst, einmal je Quartal sind die Hörgeschädigten unter sich. Die Wahl dieses einen festen Versammlungsortes vermittelt der Hörgeschädigtengemeinde das für ihre Mitglieder wichtige Zusammengehörigkeitsgefühl.

Lautsprache begleitende Gebärdensprache

Des Weiteren wird etwa alle sechs Wochen ein Gottesdienst für Hörgeschädigte an wechselnden Orten angeboten. Dann und wann finden ergänzende Gesprächsrunden statt. Dabei werden biblische Kenntnisse vermittelt, das Glaubensverständnis vertieft und allgemeine christliche Fragen beantwortet. Zur Betreuung der Hörgeschädigten zählt auch die individuelle Seelsorge mit den dazugehörigen Seelsorgebesuchen.

Alle Gottesdienste für Hörgeschädigte werden in Lautsprache begleitender Gebärdensprache (LBG) durchgeführt. Das deutlich und langsam ausgesprochene Wort wird durch entsprechende, standardisierte Gebärden begleitet. Das Verstehen der gebärdeten Gesten und das vom Munde abzulesende Wort bilden die Grundlage der Kommunikation. So ist es möglich, dass auch nicht hörgeschädigte Angehörige und betreuende Begleiter an diesen Gottesdiensten teilnehmen können.

Gebärdenchor

Mittlerweile ist der Einsatz eines Gebärdenchors fester Bestandteil der Gottesdienste. Während des mit Orgelbegleitung vorgetragenen Gemeindegesangs oder auch während der Vorträge des Gemeindechors setzen die hörgeschädigten Chormitglieder vor dem Altar stehend sichtbar für alle den Text synchron in Gebärden um.

Neben den regelmäßig stattfindenden Gottesdiensten kann nach Absprache auch eine simultane Übersetzung der Predigten in ausgewählten Gemeinden angeboten werden.

www.nak-hoergeschaedigte.de

Menschen mit Behinderungen

Die Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen als wertvolle Mitglieder einer Gemeinschaft und damit in den Gemeinden hat sich parallel zu ihrer Wahrnehmung in der Gesellschaft im Allgemeinen auch in der Neuapostolischen Kirche entwickelt. Seit dem Jahr 2000 ist eine zusätzliche Seelsorge für diese sehr heterogene Gruppe in ganz unterschiedlichen Facetten ein Thema mit immer noch wachsender Bedeutung.

Es begann mit einer Seelsorge, die sich zunächst an die Eltern und Familien von Angehörigen mit Behinderungen richtete, sich danach auch der Kinder mit Behinderungen selbst annahm. Mittlerweile sind ebenso die vielen Betreuerinnen, Betreuer und Seelsorger, die sich um diese Gruppe kümmern, Teil der Gemeinschaft, die sich unter dem Namen „Handicapped Nordrhein-Westfalen“ etabliert hat.

Gottesdienst in Leichter Sprache

Zurzeit bietet die Kirche ein breit gefächertes Spektrum der Seelsorge an, beginnend bei Gottesdiensten für Handicapped, regelmäßigen Erfahrungsaustauschen in Gesprächskreisen bis hin zu Freizeitveranstaltungen.

Mit den „Gottesdiensten in Leichter Sprache“ und dem Musikprojekt „Faktor G“ haben die NAK-Handicapped weitere Akzente gesetzt. Gottesdienste in Leichter Sprache richten sich besonders an Menschen mit kognitiven Einschränkungen, also mit Beeinträchtigungen hinsichtlich ihrer Wahrnehmung, ihres Denkens und Verstehens. Bei diesem Projekt sind in jüngster Zeit auch Menschen mit Demenz-Erkrankungen in den Fokus geraten. Die Gottesdienste finden viermal jährlich statt und werden zum Teil per Internet-Übertragung in die Senioreneinrichtungen der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen in Oberhausen und Fröndenberg gesendet.

Faktor G

„Faktor G“ ist ein inklusives Musikprojekt. Jugendliche mit und ohne Behinderungen musizieren gemeinsam. Chor und Band bestehen seit 2013 und hatten beim Internationalen Kirchentag 2014 in München ihren ersten großen Auftritt. Seitdem sind sie beteiligt bei der Gestaltung der Gottesdienste für Handicapped und geben in jedem Jahr ein bis zwei Konzerte. Bisweilen haben sie Auftritte im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der NAK-Handicapped.

Ziel aller Aktivitäten des breiten Seelsorgespektrums ist die Förderung von Inklusion in Kirche und Gemeinde nach dem Motto: „Alle gehören dazu - immer und überall!“

www.nak-handicapped.de