Kinder

Kinder sind eine Gabe Gottes. In der Kindheit legen Eltern, Angehörige und Gemeindemitglieder die Basis für das Hineinwachsen in die Gemeinschaft und für das Empfinden von Geborgenheit in der Gemeinde. Das sind Grundlagen für ein später eigenverantwortliches Handeln der jungen Menschen nach den Grundwerten des Evangeliums Jesu Christi.

 

Glaubensentwicklung fördern

Die ersten Erfahrungen mit dem christlichen Glauben sammeln Kinder im Elternhaus. Dort, wo gemeinsam gebetet wird und das Verhältnis untereinander und zum Nächsten von Liebe und Verständnis bestimmt ist, wird der Grund gelegt für ein Leben, das sie befähigt, Gott und den Nächsten zu lieben und die Schöpfung zu achten. Das kirchliche Seelsorgeangebot unterstützt und ergänzt die unabdingbare Glaubenserziehung im Elternhaus.

Kinder in der Gemeinde

Jesus Christus sagte: „Lasst die Kinder zu mir kommen“ (Markus 10,14). Diese Einladung gilt auch im 21. Jahrhundert. In der Neuapostolischen Kirche haben die Kinder von klein auf ihren Platz in der Gemeinde und sind in den Gottesdiensten willkommen. Die meisten Kirchen sind mit Eltern- und Kinder-Räumen ausgestattet, die lediglich durch eine schalldichte Glaswand vom Kirchensaal abgeteilt sind. Hier können sich Eltern mit ihren Kleinkindern nach Bedarf während der Gottesdienste ungestört voneinander aufhalten und so am damit verbundenen Gemeindeleben teilhaben.

Darüber hinaus sind die Kinder eingeladen zu jeweils ihrem Alter entsprechenden kirchlichen Angeboten. Das sind der Reihe nach Vorsonntagsschule, Sonntagsschule, Religionsunterricht und Konfirmandenunterricht. Auf diese Weise wird die elterliche Erziehung zu einem mündigen, eigenverantwortlich handelnden neuapostolischen Christen unterstützt und gefördert.

Seelsorge an Kindern im Vorschulalter

In der Vorsonntagsschule werden die Vorschulkinder vom dritten Lebensjahr an bis zur Einschulung parallel zum Gottesdienst am Sonntagmorgen betreut. In kleinen Gruppen machen die jüngsten Gemeindemitglieder auf kindgerechtem Niveau erste Erfahrungen mit Gott. Engelschutz, Geborgenheit und Gebet sind vorrangig Themen, mit denen sie sich beschäftigen. So kann schon früh Freude an ihrem Glauben und Vertrauen zu Gott vermittelt werden.

Sonntagsschule für Kinder

Sonntagsschule für Kinder im Grundschulalter findet ebenfalls parallel zum Sonntagsgottesdienst statt. Für das Verständnis von Kindern aufbereitete Geschichten aus der Bibel und aus dem Lebensbereich der Kinder bilden die Grundlagen des Unterrichts. Die Kinder lernen von Begegnungen, die Menschen mit Gott hatten. Sie werden so ermuntert, ihre ersten eigenen Erfahrungen im Glauben zu machen.

Gottesdienste für Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren

Einmal im Quartal finden in den Kirchenbezirken an einem Sonntagmorgen gemeindeübergreifende Veranstaltungen für die Kinder im Grundschulalter statt. Es handelt sich um eine Kombination von Kinderchorprobe, Sonntagsschule und Gottesdienst. Im ersten Teil lernen die Kinder in froher Atmosphäre Lieder kennen, die für den Gottesdienst vorgesehen sind. Der zweite Teil ist Sonntagsschule. Hier bereiten die Kinder zusammen mit den Sonntagsschullehrkräften das vorgesehene Thema des Gottesdienstes vor.

Während dieser beiden Phasen nehmen die Kinder quasi an der Gottesdienstvorbereitung teil und werden auf der Ebene ihrer Wahrnehmung an das Gottesdienstthema herangeführt. Der anschließende kurze Gottesdienst, der alle gewohnten liturgischen Elemente enthält, greift die erarbeiteten Vorbereitungen auf.

Ziel dieses Gottesdienstformates ist, die Kinder schon frühzeitig an Form und Ablauf eines Gottesdienstes heranzuführen.

Gottesdienste für Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren

Anstelle der Sonntagsschule nehmen die Kinder ab dem Eintritt in den Religionsunterricht, also etwa ab dem Alter von zehn Jahren, am Gottesdienst in den Gemeinden teil. Besondere Zuwendung erhalten sie dann einmal im Monat in einem gemeindeübergreifenden Kindergottesdienst. In diesen Kindergottesdiensten für 10- bis 14-Jährige sollen die jungen Gemeindemitglieder das bewusste Erleben von Gottesdiensten lernen.

Es handelt sich durchaus schon um Wortgottesdienste, in denen die Wortverkündigung und die Feier des Heiligen Abendmahls im Mittelpunkt stehen. Eine kindgerechte Sprache, die Visualisierung der eigens für diese Gottesdienste ausgewählten Inhalte sowie eine aktive Beteiligung der Kinder bei der Gestaltung der Gottesdienste machen den Unterschied zum Gottesdienst für die Gemeinden aus.

Die sich an die Sonntagsschule anschließenden Unterrichtsangebote sind zurzeit ein dreijähriger Religionsunterricht und der einjährige Konfirmandenunterricht, die beide zur Vorbereitung auf die Konfirmation dienen.

Religionsunterricht

Im Religionsunterricht werden die in der Vorsonntags- und Sonntagsschule gelernten biblischen Geschichten vertieft und Gesamtzusammenhänge göttlichen Wirkens im Alten und Neuen Testament erklärt. Die Lehrkräfte vermitteln während dieser drei Jahre Kenntnisse über allgemeine kirchengeschichtliche Entwicklungen, über die Ausbreitung des Christentums und Grundkenntnisse über die großen Weltreligionen. Ebenso zählt die Geschichte der Neuapostolischen Kirche zum Lehrangebot.

Der kirchliche Religionsunterricht findet in der Regel an einem Wochentag statt. Eine Teilnahme am schulischen Religions- oder Ethikunterricht obliegt der individuellen Entscheidung des Religionsschülers und der Eltern.

Konfirmandenunterricht

Während im Religionsunterricht die Wissensvermittlung im Vordergrund steht, liegt im anschließenden einjährigen Konfirmandenunterricht der Schwerpunkt auf der Hinführung des jungen Menschen zu einem eigenverantwortlich handelnden Christen. So hat der Konfirmandenunterricht einen überwiegend seelsorgerischen Auftrag. Nach dem Konfirmandenunterricht übernehmen die Heranwachsenden am Tag ihrer Konfirmation die eigene Verantwortung für ein christlich geführtes Leben.

Kindertage

Seit Anfang der 1990er Jahre finden Kindertage der Kirche statt. Fast jährlich werden diese Zusammenkünfte der Kinder dezentral angeboten. Alle drei Jahre gibt es auch zentrale Kindertage, zu denen alle Kinder der neuapostolischen Gemeinden der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen mir ihren Freunden herzlich willkommen sind.

Die Kinder kommen an diesen Tagen mit ihren Sonntagsschullehrern und Betreuern auf attraktiven Freizeitgeländen oder in großen Hallen zusammen, um gemeinsam kindgerechte Gottesdienste zu erleben und sich in Spiel und Spaß mit einem biblischen Thema zu beschäftigen.

Kindertag in Dortmund

Vernetzung von Kinder- und Jugendaktivitäten

Immer mehr wird den verantwortlichen Lehrkräften in der Kinderseelsorge bewusst, dass der Übergang der gerade konfirmierten jungen Christen in die Gruppe der Jugendlichen innerhalb einer Gemeinde und eines Bezirks nicht automatisch mit dem Tag der Konfirmation und einem ersten Willkommens-Jugendgottesdienst abgeschlossen ist. Mit der Schaffung eines unterstützenden, fließenden Übergangs von der einen in die andere Lebensphase soll erreicht werden, dass die jungen Menschen wichtige Anknüpfungspunkte finden können, die die Anbindung an die Gemeinde fördern.

Durch eine intensive Zusammenarbeit des Jugendgremiums NRW und der Arbeitsgruppe Kinder NRW soll zunächst eine stärkere Vernetzung unter den Lehrkräften und Jugendbeauftragten geschaffen werden, um in der Folge dieses Netz auch zu einem Halt gerade für junge Jungendliche werden zu lassen. Dazu ist im Jahr 2016 für die Gebietskirche Nordrhein-Westfalen ein einheitliches Konzept erarbeitet worden, das Hilfen und Anregungen zur stärkeren Vernetzung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gibt.