Verfassung

Rechtliche Grundlage der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen K.d.ö.R. ist die Verfassung. Die vorliegende Fassung trat mit Beschlussfassung durch die Landesversammlung am 28. Februar 1999 in Kraft. Sie ersetzte damals die bisherige Verfassung vom 18. November 1981.

 

Artikel 1: Rechtsverhältnisse

Die Kirche führt den Namen "Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen".

Sie ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Dortmund.

Die Körperschaftsrechte sind der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen mit Gesetz vom 24.04.1951 (Gesetz- und Verordnungsblatt NRW Nr. 18 vom 07.05.1951) für das Gebiet des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen verliehen worden.

Im Rahmen der kirchlichen Betreuung, insbesondere der Seelsorge und Verwaltung, kann die Zuständigkeit der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen von dem Gebiet des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen abweichen. Durch Vereinbarung mit Neuapostolischen Kirchen anderer Bundesländer kann folgende Regelung getroffen werden:

  1. Die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen kann Gebietsteile betreuen, die in einem anderen Bundesland liegen.
  2. Gebietsteile des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen können von der Neuapostolischen Kirche eines anderen Bundeslandes betreut werden.

Das gesamte von der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen in der Bundesrepublik Deutschland betreute Gebiet stellt das Kirchengebiet dar.

Außerdem kann die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen in Abstimmung mit dem Stammapostel die kirchliche Betreuung in Gebieten ausserhalb der Bundesrepublik Deutschland übernehmen.

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Artikel 2: Aufgaben

Aufgabe der Neuapostolischen Kirche ist es, Gottes Wort und Ordnungen allen Menschen zu verkündigen und die erforderlichen Sakramente und Segenshandlungen zu spenden.

Die Neuapostolische Kirche betreut ihre Gläubigen und fördert das neuapostolische Glaubensleben entsprechend ihrem Glaubensbekenntnis. Das geschieht insbesondere in Form regelmäßiger Gottesdienste, gewissenhafter Seelsorge und einer vom Geist der Nächstenliebe getragenen Wohlfahrtspflege.

Die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig im Rahmen des geltenden Rechts. Es werden ausschliesslich kirchliche und gemeinnützige Zwecke verfolgt.

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Artikel 3: Organisation

Das Kirchengebiet der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen gliedert sich in rechtlich unselbständige Gemeinden und Bezirke.

Die Gemeinde ist die Einheit der Mitglieder aus einem geographisch abgegrenzten Gebiet; sie wird von einem Gemeindevorsteher geleitet.

Mehrere Gemeinden sind zu einem Bezirk zusammengefasst. Die Leitung eines Bezirkes obliegt dem Bezirksvorsteher. Er hat die Verantwortung für den Bezirk in seelsorgerischer und administrativer Hinsicht inne.

Karte der Arbeitsbereiche NRW

Artikel 4: Organe

Die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen hat folgende Organe:

  • Der Stammapostel
  • Der Landesvorstand
  • Die Landesversammlung
Landesversammlung Verwaltung Dortmund

Artikel 5: Der Stammapostel

Der Stammapostel ist die oberste geistliche Autorität aller neuapostolischen Gebietskirchen der Erde und leitet diese in allen religiösen Angelegenheiten.

Der Stammapostel wird durch seinen Amtsvorgänger ernannt, oder, sofern eine solche Ernennung fehlt, aus dem Kreise der Bezirksapostel und Apostel gewählt.

Der Stammapostel beruft den Bezirksapostel (Kirchenpräsidenten), die Apostel und Bischöfe. Er kann sie in den Ruhestand versetzen, einstweilen beurlauben oder bei Vorliegen eines wichtigen Grundes abberufen.

Der Stammapostel kann hierzu einen Vertreter beauftragen.

Stammapostel Jean-Luc Schneider

Artikel 6: Der Landesvorstand

Der Landesvorstand besteht aus mindestens drei Mitgliedern: dem Bezirksapostel (Kirchenpräsidenten) als Vorsitzenden sowie den Aposteln und Bischöfen des Kirchengebietes der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen. Soweit die Mindestzahl von drei Mitgliedern nicht erreicht ist, beruft der Bezirksapostel dementsprechend weitere Amtsträger aus der Landesversammlung in den Landesvorstand.

Die Mitglieder des Landesvorstandes tragen gemeinsam die Verantwortung für die administrative Leitung der Kirche. Der Landesvorstand entscheidet insbesondere in folgenden Angelegenheiten:

  1. Genehmigung des Budgets für das kommende Haushaltsjahr
  2. Beschlussfassung über Investitionen und Eingehung von Verbindlichkeiten mit einem Gesamtaufwand von mehr als EURO 500.000,00 im Einzelfall
  3. Feststellung des Jahresabschlusses
  4. Entscheidung über Kirchenausschlüsse
  5. Angelegenheiten, die der Bezirksapostel zur Entscheidung vorgelegt hat.

Der Bezirksapostel ist alleinvertretungsberechtigt; er vertritt die Kirche gerichtlich und aussergerichtlich. Er kann zur Erfüllung seiner Aufgaben jederzeit Vertreter beauftragen, Vollmachten erteilen und widerrufen.

Der Landesvorstand wird vom Bezirksapostel einberufen. Er tagt mindestens einmal jährlich und darüber hinaus bei Bedarf beziehungsweise wenn 1/3 seiner Mitglieder dieses schriftlich beim Bezirksapostel beantragen. Er ist beschlussfähig, wenn mindestens 2/3 seiner Mitglieder anwesend oder gültig vertreten sind. Jedes Mitglied des Landesvorstandes kann ein anderes, der Bezirksapostel auch mehrere andere Mitglieder, jedoch höchstens 1/3 aller Mitglieder, mit schriftlicher Vollmacht vertreten.

Beschlüsse des Landesvorstandes werden mit ¾-Mehrheit der Stimmen der anwesenden und gültig vertretenen Mitglieder gefasst.

Sitzung des Landesvorstands

Artikel 7: Die Landesversammlung

Die Landesversammlung besteht aus den Mitgliedern des Landesvorstandes und den Bezirksvorstehern des Kirchengebietes der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen.

Vorsitzender der Landesversammlung ist der Bezirksapostel oder ein von ihm bestellter Vertreter.

Die Landesversammlung hat das Recht und die Aufgabe, Vorschläge und Anträge hinsichtlich der kirchlichen Arbeit zu beraten und zur weiteren Bearbeitung an den Landesvorstand weiterzugeben. Ihr obliegen ferner folgende Aufgaben:

  1. Beschlussfassung über den Jahresabschluss sowie Entlastung des Landesvorstandes
  2. Wahl des Wirtschaftsprüfers zur Prüfung des Jahresabschlusses
  3. Änderung der Verfassung und Beschlussfassung über eine Änderung der Rechtsform
  4. Beschlussfassung über die Auflösung der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen.

Die Landesversammlung wird vom Bezirksapostel einberufen. Sie tagt mindestens einmal jährlich und darüber hinaus bei Bedarf bzw. wenn 1/3 ihrer Mitglieder dieses schriftlich beim Bezirksapostel beantragt.

Die Landesversammlung ist beschlussfähig, wenn mindestens 2/3 ihrer Mitglieder anwesend oder gültig vertreten sind. Jedes Mitglied der Landesversammlung kann ein anderes, der Bezirksapostel auch mehrere andere Mitglieder, jedoch höchstens 1/3 aller Mitglieder, mit schriftlicher Vollmacht vertreten.

Bei der Beschlussfassung und Entlastung gemäss Ziff. 3a) haben die Mitglieder des Landesvorstandes kein Stimm- und kein Vertretungsrecht.

Die Beschlussfassung erfolgt mit einfacher Mehrheit.

Für Verfassungsänderungen, für eine Änderung der Rechtsform sowie zu einer Auflösung der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen ist eine 3/4-Mehrheit der Anwesenden bzw. wirksam vertretenen Stimmberechtigten und zugleich eine 2/3-Mehrheit sämtlicher Mitglieder der Landesversammlung erforderlich.

Beschlüsse über eine Verfassungsänderung, eine Änderung der Rechtsform oder eine Auflösung der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der schriftlichen Zustimmung des Stammapostels. Wird die Zustimmung nicht innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Zugang des Protokolls der Landesversammlung schriftlich mitgeteilt, so gilt sie als verweigert.

Landesversammlung in Dortmund

Artikel 8: Kirchliche Amtsträger

Zur Erfüllung der in Artikel 2 festgelegten Aufgaben der Neuapostolischen Kirche, insbesondere zur seelsorgerischen Betreuung der Mitglieder, werden Amtsträger berufen. Der Inhalt des Amtsauftrages ergibt sich aus den Vorgaben des Stammapostels.

Die Amtsträger werden durch den Stammapostel, den Bezirksapostel oder einen von diesen bestellten Vertreter in ihr Amt berufen, in den Ruhestand versetzt, einstweilen beurlaubt oder bei Vorliegen eines wichtigen Grundes abberufen.

Die Berufung zum Amtsträger setzt insbesondere voraus:

  1. Gründliche Kenntnis und Überzeugung von Lehre und Einrichtungen der Neuapostolischen Kirche
  2. Einen unbescholtenen und nach der Lehre Christi ausgerichteten Lebenswandel

Die Amtsausübung erfolgt nach den Weisungen des Stammapostels, des Bezirksapostels und Apostels.

Die Amtsausübung erfolgt freiwillig und grundsätzlich ehrenamtlich.

Alle Amtsträger sind Geistliche im Sinne der allgemeinen Gesetze. Sie sind zur Verschwiegenheit bezüglich aller Vorgänge, von welchen sie aufgrund ihrer Tätigkeit als Amtsträger Kenntnis erhalten, verpflichtet. Die Schweigepflicht gilt über die Dauer der Amtstätigkeit hinaus.

Abberufung, Versetzung in den Ruhestand, Amtsniederlegung, Austritt oder Ausschluss beenden die Amtstätigkeit und haben den Verlust sämtlicher mit dem Kirchenamt verbundenen Rechte zur Folge.

Bei Beendigung der Amtstätigkeit ist der Amtsträger verpflichtet, das Kircheneigentum einschliesslich aller Akten, Dateien, Schriftstücke und Bücher an die vom Bezirksapostel bestimmte Stelle herauszugeben mit der ausdrücklichen Versicherung, keinerlei Kircheneigentum im Original oder in Kopie weiter im Besitz zu haben. Auf Verlangen hat er über seine Amtstätigkeit Auskunft zu erteilen und Rechenschaft zu legen.

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