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Hintergrund

Seelsorge für Hörgeschädigte

Hörgeschädigte Gemeindemitglieder genießen in der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen schon seit fast fünfzig Jahren eine spezielle seelsorgerische Zuwendung. Diese Arbeit geht zurück auf eine Initiative von Stammapostel Walter Schmidt. Der erste Gottesdienst für diesen Kreis von Betroffenen fand 1963 in Dortmund statt.

Seelsorge an Hörgeschädigten in Nordrhein-Westfalen ist unzertrennbar verknüpft mit dem Namen Günther Lierse. Selbst Sohn gehörloser Eltern,
absolvierte er ein Studium als Lehrer für Gehörlose und Schwerhörige. So konnte der damals junge Evangelist und spätere Bezirksälteste mit seelsorgerischer und zugleich fachlicher Kompetenz bei der Einführung dieses Seelsorgeprojektes tätig werden.

In Seminaren und Fortbildungsveranstaltungen gab Günther Lierse seine Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit hörbehinderten Menschen an seine Mitarbeiter weiter. Aus seiner Feder stammt auch ein glaubensbezogenes Gebärdenlexikon. Darin sind die wichtigsten Gebärden für die Übersetzung von Gottesdiensten abgebildet. Das Lexikon ist im kircheneigenen Verlag Friedrich Bischoff erschienen.

Gehörgeschädigten-Gemeinde

Zentrale Gottesdienste für Hörgeschädigte finden etwa einmal monatlich in der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen statt. Anschließend finden oft ergänzende Seminare statt. Dabei werden biblische Kenntnisse vermittelt, das Glaubensverständnis vertieft und allgemeine christliche Fragen beantwortet. Des weiteren gibt es einmal im Monat  zusätzlich dezentrale Gottesdienste, zu denen die Betroffenen zusammenkommen.

Die hörgeschädigten Glaubensgeschwister bilden innerhalb der Gebietskirche auf diese Weise eine eigene Gemeinde, die von einem Gemeindevorsteher und weiteren Priestern und Diakonen betreut wird. Zu dieser Betreuung zählt auch die individuelle Seelsorge mit den dazugehörigen Seelsorgebesuchen.

Lautsprache begleitende Gebärdensprache

Alle Gottesdienste für Hörgeschädigte werden in Lautsprache begleitender Gebärdensprache (LBG) durchgeführt. Die in der Seelsorge an den Hörgeschädigten tätgigen Amtsträger der Kirche beherrschen diese Gebärdensprache.

Das deutlich und langsam ausgesprochene Wort wird durch entsprechende, standardisierte Gebärden begleitet. Das Verstehen der gebärdeten Gesten und das vom Munde abzulesende Wort bilden die Grundlage der Kommunikation. So ist es möglich, dass auch nicht hörgeschädigte Angehörige und betreuende Begleiter an diesen Gottesdiensten teilnehmen können.

Gebärdenchor

Mittlerweile ist der Einsatz eines Gebärdenchores fester Bestandteil der Gottesdienste. Während des mit Orgelbegleitung vorgetragenen Gemeindegesanges setzen die gehörlosen Chormitglieder vor dem Altar stehend sichtbar für alle den Text synchron in Gebärden um.